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Versuche zum Spielerfehlschluss mit echten Glücksspielern führen zu unerwarteter Erkenntnis

Fehlschluss

Jeder Verhaltensforscher wird Ihnen bestätigen, dass häufig Menschen, die von sich behaupten, an etwas Bestimmtes zu glauben, ausgerechnet solche Verhaltensweisen zeigen, die genau das Gegenteil von ihrer Vorstellung eintreten lassen.

In einer kürzlich veröffentlichen Studie des Professors für Psychologie Nigel Harvey und des Doktoranden Juemin Xu vom University College London wurde festgestellt, dass Online-Glücksspieler an den "Spielerfehlschluss" glauben. Dieser Glaube führt dazu, dass sie den gegenteiligen Effekt erleben, der als "Hot-Hand Fehlschluss" bezeichnet wurde.

Dieser Hot-Hand Fehlschluss tritt auf, wenn Spieler denken, dass eine scheinbare Glückssträhne höchstwahrscheinlich weitergehen wird. Dieser Glaube basiert auf der prinzipiellen Annahme, dass sich bei jemandem, der bereits mehrere Wetten gewonnen hat, die Wahrscheinlichkeit erhöhen muss, auch die nächste Wette oder mehrere folgende Wetten zu gewinnen. Diese Spieler glauben, dass ihnen das Glück weiter gewogen bleibt und je mehr positive Ereignisse sie damit erzielen, desto entschlossener werden sie, es auch in Zukunft so zu halten.

Dies steht völlig im Gegensatz zum Spielerfehlschluss. Dieser geht davon aus, dass immer dann, wenn ein Spieler eine Pechsträhne erlebt, sein/ihr Glück sich zwangsläufig wenden wird und diese Spieler wieder gewinnen werden. Bei dieser Theorie führt die Wiederholung eines bestimmten Ergebnisses dazu, dass sich dadurch die Wahrscheinlichkeit verringert, dass diese Folge auch in der Zukunft weiter auftritt.

Das Problem bei beiden Denkrichtungen und damit auch der Grund, warum sie als Fehlschlüsse bezeichnet werden, ist die Tatsache, dass die meisten Casino-Spiele Glücksspiele sind. Ihr Ergebnis ist nicht abhängig von einem anderen Ergebnis. Landet beim Roulette die Kugel nach einer Drehung auf Rot, so ist mehr oder weniger wahrscheinlich, dass sie dies auch bei der nächsten Drehung machen wird. Jedes Mal, wenn eine Runde gespielt wird, so geschieht dies völlig unabhängig von der vorherigen oder der darauffolgenden.

Aufgrund dieser Tatsache haben sogenannte "Serien" keine besondere Bedeutung. Wenn Sie fünfmal hintereinander eine Wette gewinnen, so hat dies keine Bedeutung für das Ergebnis Ihrer sechsten Wette. Dies führt dazu, dass der Hot-Hand Fehlschluss, nach dem ein mehrfacher Gewinn hintereinander die Chancen auf den Gewinn des nachfolgenden Einsatzes erhöht, sowie auch der Spielerfehlschluss, nach dem mehrfaches Verlieren hintereinander wiederum die Chancen erhöht, die nächste Wette zu gewinnen, beide falsch sind.

Genau deswegen ist die Feststellung überraschend, dass Harvey und Xu tatsächlich Beweise dafür gefunden haben, dass dieser Effekt der Hot-Hand in der Realität auftritt. Nachdem sie Datenmaterial zu Online-Sportwetten analysiert haben, in denen Informationen zu einer Vielzahl von Wetten auf Pferderennen und Hunderennen wie auch zu Fußbassspielen enthalten waren, stellten die beiden fest, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Wetter größer ist, seine oder ihre nächste Wette zu gewinnen, je länger diese Strähne bereits anhält.

Harvey und Xu vergleichen die zusammengefasste Rendite der Spieler, die mindestens eine Serie von sechs Wetten nacheinander hatten mit denjenigen, auf die das nicht zutraf. Es gab keinerlei Unterschiede in den Zahlen. Dies schloss die Ansicht aus, dass Glücksspieler mit einer Gewinnsträhne besser als andere Spieler darin sind, Gewinner auszusuchen.

Harvey und Xu untersuchten in der Folge die Art der Wetten, die von Spieler mit Glücksträhnen und solchen mit Pechsträhnen gemacht wurden. Dabei entdeckten sie etwas wirklich Erstaunliches:

Glücksspieler verhalten sich, als wäre der Spielerfehlschluss wahr und als ob eine Glückssträhne oder eine Pechsträhne bedeutet, dass ihr Spielglück sich bei ihrer nächsten Wette ändern wird. Dies führt unvermeidbar zum festgestellten Hot-Hand Effekt.

Harvey und Xu vergleichen die Gewinnaussichten für die nächste Wette sowohl von Spieler mit einer Glückssträhne wie auch Spielern mit einer Pechsträhne. Dabei stellten sie fest, dass Spieler mit einer Glückssträhne eher zurückhaltend in ihren Wetteinsätzen wurden. Sie setzen auf Rennen und Spiele mit besseren Gewinnquoten und verhielte sich so, als wäre ihr Spielglück auf dem besten Weg, sich wieder zu ändern. Umgekehrt begannen Spieler mi einer Pechsträhne, mehr zu riskieren und verlegten sich auf rein spekulative Wetten. Auch sie glaubten an den Spielerfehlschluss, dass die Dinge dazu bestimmt sind, sich irgendwann wieder zu ändern und ihnen dies helfen wird, die Verluste wieder wettzumachen.

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Ausgehend von dieser Studie scheint es so, dass Glücksspieler sich verhalten, als ob sie an den Spielerfehlschluss glauben. Dabei kommt es nicht darauf an, ob sie sich ihres Verhaltens wirklich bewusst sind oder nicht. Dies führt schließlich zum Hot-Hand Effekt, der wiederum zum gegenteiligen Effekt führt, durch den sowohl eine Glückssträhne wie auch eine Pechsträhne länger anhalten.

Diese Erkenntnisse lösen eindeutig Nachdenklichkeit aus. Man sollte auch die Notwendigkeit erkennen, sich über die eigenen Ansichten und Motive im Klaren zu sein, wenn man spielt, da sie eindeutig das Auskommen der Spiele mehr beeinflussen können, als einem bewusst ist.